Nachhaltigkeit

(1) Wir verfolgen die Diskussion aufmerksam und lösungsorientiert. Wir sind der Meinung, dass unsere Produkte eine gute Verpackung darstellen: Unsere Beutel und Folien sind aus einem Standardkunststoff LDPE oder PP. Ein Rohstoff, der 100% recyclebar ist. Es handelt sich um eine Einstoffverpackung mit guter Ökobilanz und geringem Materialeinsatz. Wir können bei unseren Produkten die Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Recyclingmaterial (pre-consumer)  und Reduzierung der Stärken steigern.

(2) Den größten Teil unseres Umsatzes machen wir mit Industriekunden („B2B“). Dort kommen unsere Produkte nicht zum Endkonsumenten und es existieren nachhaltige stoffliche Verwertungskreisläufe. Bei diesen Kunden gibt es keine Diskussionen: Folien und Beutel aus Kunststoff erfüllen bei diesen Anwendungen in erster Linie eine Funktion zu geringsten Kosten mit dem geringsten Ressourcenverbrauch und dass bei einer 100%igen stofflichen Recyclingquote.

 (3) Die Vermüllung der Meere ist eine Katastrophe, hat aber eigentlich nichts mit Europa zu tun. 80% dieser schwimmenden Müllberge kommt von 10 Flüssen in Asien und Afrika, die von der Bevölkerung wegen fehlender Infrastruktur zur Abfallentsorgung missbraucht werden. Unabhängig davon ist der Verbraucher in Europa sensibilisiert und fordert neue Wege. „Plastik“ und „Kunststoffverpackungen“ haben ein schlechtes Image. Auch wenn es objektive gute Argumente für Kunststoffverpackungen geben mag: Das spielt keine Rolle mehr, es wird sich viel verändern.

(4) In Europa setzen wir neben (1) Vermeidung von Verpackung und (2) Verminderung von Verpackung auf (3) Recycling. Wenn ich von Recyclingfähigkeit spreche dann von der Möglichkeit der stofflichen Verwertung. PE-Beutel können auch wieder sortenrein in PE Produkte als Rohstoff eingesetzt werden z.B. Folien, Eimer, Hohlkörper etc. In diesem Zusammenhang muß zwischen pre-consumer (Industrieabfall) und post-consumer Recyclingmaterial unterschieden werden. Häufig wird aber thermisch verwertet. Auch wenn viele sagen, dass ist eine "Mogelpackung" , "da wird doch nur Verpackung verbrannt", bin ich der Meinung, dass das nicht richtig ist. Die „kleinen Tüten“ sind ein wertvoller Brennstoff für die Müllverbrennunganlagen, ohne den Öl oder Gas zu dem Prozess zugeführt werden müsste.

(5) In dem neuen Verpackungsgesetz werden alle Arten von Verpackungen kategorisier und hinsichtlich der Recyclingfähigkeit beurteilt. Unsere Beutel haben bei der Recycling-ampel  ein "grün" d.h. 100% recyclebar und sind somit umweltfreundlich. Unsere Beutel haben nichts mit den Mehrschichtverpackungen für Lebensmittel und den "single useplastic" Produkten wie  Strohhalme, Kunststoffteller, Obstbeutel zu tun. Mit unserem Beuteln/Folien schützen wir Produkte, bündeln sie, machen sie verkaufsfertig und transportierbar.

(6) In der Diskussion um Kunststoffverpackungen sehe ich für uns Risiken aber auch Chancen. Neben den eher emotional motivierten Argumenten geht es letztlich um das Öko-Design von Verpackungen: Vermeiden (Verpackung ganz weglassen), Vermindern (dünnere Verpackung, Mehrwegsysteme), Recycling (reyclingfähige Verpackung). Es geht beim Öko-Design um vier Fragen: (a) Welche  Recyclingklasse hat meine Verpackung ? (b) Welches Gewicht hat meine Verpackung ? (c) Welchen Klimabeitrag, CO2 Footprint hat meine Verpackung ? (d) Wieviel Reyclingmaterial enthält meine Verpackung ?

(7) Der Veränderungsdruck ist enorm und es werden viele technische Innovationen entstehen. Mit chemischen Reycling könnten neuwertige Kunststoffe aus postconsumer Abfällen die Recyclingquoten auf ein neues Level heben. Forschungsansätze suchen nach neuen Kunststoffe bei Bedarf kompostierbar, aber 100% recyclingfähig und am besten biobased. Egal was kommt, wir werden alle neuen Lösungen aktiv einsetzen.

Auch wenn wir finden, dass der Kunststoffbeutel und Folien aus PE aus den oben genannten Gründen bei diesen Fragen gut abschneidet,  haben wir natürlich neue Lösungen und Optionen für unsere Kunden:

(a) Wir können auch Papierbeutel und Papierverpackungsfolien liefern. Der Papierbeutel ist über den normalen Papierabfall einfach stofflich zu sammeln und zu verwerten und hat ein "grünes" Image. Der Nachteil ist das höhere Gewicht im Vergleich zum Kunststoffbeutel und dass die Verpackung nicht transparent ist. Dieses Papier ist wirklich Papier und hat nichts mit den kombinierten Papier-Folien-Verbunden zu tun, die ich entschieden ablehne.

(b) Es gibt Kunststoffe die 100% biobasiert aus Zuckerrohr sind und die identische Eigenschaften haben. Wichtig: Das ist immer noch 100% ein Kunststoff nicht biologisch abbaubar aber 100% recyclingfähig. Der Einsatz dieser Kunststoffe für unsere Produkte ist aus der Perspektive der CO2 Footprints interessant. Man kann diesen hohen Anteil >95% an nachwachsenden Rohstoffen messen und nachweisen und die Verpackung auch entsprechend kennzeichnen. Dies wäre u.U. eine interessante Lösung für Sie.

(c) Wir können kompostierbare Folien und Beutel herstellen. Ich weise aber daraufhin, die diese Folien nicht reyclingfähig sind und sich meist nur in industriellen Kompostieranlagen abbauen. Das ist m.E. keine nachhaltige Alternative... aber wir machen was der Kunde wünscht. Kompostierbare Kunststoffe für Verpackungen sind nur in besonderen Fällen eine (Nischen)Lösung und sind eigentlich Ressourcenverschwendung (s.o. Europa setzt auf Recycling). Zu kompostierbaren Folien und Beuteln möchte ich bemerken, dass die normalen Bioabfallbeutel bis 30 my  "home compost" fähig sind und in die Biotonne dürfen. Verpackungen aus industriell kompostierbaren Kunststoffen bauen sich nur in der industriellen Kompostierung ab und dürfen aber in Deutschland nicht in BioTonne. Der Unterschied zwischen industrieller Kompostierung und HomeCompost liegt in der Temperatur und Kompostierungsdauer. Das ist ein "totales Durcheinander", bei dem keiner Bescheid weiß .....

(d) Ich möchte auf einen anderen Aspekt hinweisen: "Beutel statt Blister". Unsere Hänge-beutel sind eine attraktive Einstoffverpackung mit geringstem Gewicht und geringem Volumen. Viele unserer Kunden, die nun vom Blister auf Beutel umsteigen sind ganz begeistert über dieser Möglichkeit und der Tatsache, dass wir ja Verpackungsmaschinen für die Verarbeitung dieser umweltfreundlichen Beutelverpackung anbieten. Zudem sehen die Beutel wirklich sehr hochwertig aus. Ich erzähle Ihnen dass, um zu zeigen, dass ein Beutel eben eine umweltfreundlich Verpackung darstellen kann.

(e) Ich sehe einige gute Möglichkeiten für neue Lösungen. Es ist aber, klar dass man hierfür auch bereit sein muß, von gewohnten Dingen Abschied zu nehmen. Z.B. dass ein Beutel aus Papier eben nicht transparent wie ein Kunststoffbeutel ist, oder dass eine Beutelverpackung nicht so "steif" wir eine Blisterverpackung ist.